| Schweinegrippe und Transplantierte |
|
|
|
Die Schweinegrippe - eine normale Grippe?Seit einigen Wochen ist die Schweinegrippe auch bei uns in Deutschland Realität. In Zeiten des globalen Flugverkehrs genügen wenige Überträger um den Virus weltweit zu streuen. Es handelt sich im Prinzip um eine ganz „normale“ Virusgrippe, die sich wie alle Grippeinfektionen in der Regel zunächst mit hohem Fieber, trockenem Husten, Kopf- und Gliederschmerzen zeigt. Sie ist allerdings keine der üblichen Erkältungskrankheiten,die unter dem Begriff der „grippalen Infekte“ zusammengefasst werden, sondern eine Krankheit, deren Verlauf und Schwere nicht unterschätzt werden darf. Weltweit gibt es inzwischen deutlich mehr als 100.000 Infizierte, von denen die meisten bereits wieder gesund sind. Die Anzahl der Verläufe mit Todesfolge ist weltweit momentan noch relativ gering, ein Blick in die Zukunft ist jedoch kaum möglich. In Deutschland ist zunehmend mit dem Auftreten der Neuen Grippe zu rechnen. Die Zahl der nachgewiesenen Grippeinfektionen ist bislang verhältnismäßig gering. Fachleute erwarten jedoch im Herbst eine deutlich steigende Anzahl der Infektionen. Die Grippeviren sind in der Lage schnell zu mutieren, d.h. Sie passen sich sehr schnell ihrer Umgebung durch Veränderung ihres genetischen Gutes an. Durch Mutation und aufeinandertreffen verschiedener Viren kann es auch wieder zu neue Virearten kommen, auf die das menschliche Immunsystem nicht vorbereitet ist. Der "neue" Grippevirus (Schweinegrippe) ist von so einem Typ und kann nun auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.Transplantation ist ein höheres InfentionsrisikoTransplantierte haben - mehr als die meisten anderen Menschen der Bevölkerung - gelernt mit dem Risiko einer Infektion um zugehen. Sie bekommen Immunsupressiva um die Abstoßungsreaktion des neuen Organs zu unterdrücken und gehen damit ein höheres Infektionsrisiko ein. Aber: Die meisten haben gelernt mit diesem erhöhten Risiko umzugehen.Ein paar "technische Daten" der Schweinegrippe Inkubationszeit: einige Stunden bis vier Tage Übertragungsart: Tröpfcheninfektion, Radius ca. 2-3m Übertragungszeit: während der Inkubationszeit bis bis zu 7 Tage nach Abklingen der Symptome Komplikationen: möglicherweise Lungenentzündung (wie bei anderen Grippen auch) Medikamente: Tamiflu oder Relenza Die "neue Grippe" ist hoch ansteckend, der Verlauf im Moment noch eher mild. Bei Menschen mit Vorerkrankeungen können allerdings auch schwere Verläufe auftreten. Die Medikamente sollen aber erst bei Krankheitsanzeichen genommen werden, dann jedoch umgehend und unter Einbeziehung eines Arztes. Eine vorbeugende Einnahme der Medikamente ist eher kontraproduktiv; durch die große Mutationsfähigkeit könnten auch Resistenzen auftreten, was aber nicht gewünscht ist. Zur Vermeidung von Infektionsrisiken sollte gegenwärtig - wie in einer Grippephase ohnehin empfohlen - besonders auf Hygiene (z. B. Händewaschen) geachtet und der Kontakt zu deutlich kranken Menschen gemieden werden. Es wird auch empfohlen, das Küssen und Händeschütteln weitgehend einzuschränken (Hauptweg der Tröpfcheninfektion). Gegenwärtig gibt es keine Empfehlungen, Reisen in bestimmte Gebiete zu meiden. Reisen sollten aber in jedem Fall mit dem behandelten Arzt abgesprochen werden. Treten Krankheitsanzeichen auf, so ist umgehend ein Arzt zu kontaktieren (ein Besuch der Praxis erst nach Rücksprache mit dem Arzt wegen der Ansteckungsgefahr). Je nach Krankheitsverlauf kann die Behandlung zu Hause durchgeführt werden - entscheiden muss der Arzt. Gibt es einen Impfstoff?Gegenwärtig gibt es gegen die Neue Grippe noch keinen Impfstoff. Dieser wird jetzt entwickelt und muss erst getestet werden. Im Oktober 2009 wird der Impfstoff dann wohl ausreichend getestet auch als Totimpfstoff (für Transplantierte) zur Verfügung stehen. In Deutschland wird es zunächst für ca. ein Drittel der Bevölkerung ein großes öffentliches Impfangebot in Form von Massenimpfungen geben. Zunächst werden das Gesundheitspersonal sowie Polizei und Feuerwehr geimpft. Menschen mit chronischen Erkrankungen wird die Impfung danach bevorzugt angeboten werden. Es sind voraussichtlich zwei Impfungen notwendig. Die Kosten tragen, nach jetziger Information, die Krankenkassen. Ob Transplantierte mit dem neuen Impfstoff dann geimpft werden können, sollte gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entschieden werden. Die Impfung gegen die Neue Grippe ersetzt nicht die jährliche Grippeschutzimpfung. =============== Quelle: Joachim F. Linder, Lebertransplantierte Deutschland e.V, Informationen verschiedener TX-Zentren, Mitarbeiterinforamtion des Klinikums Lüneburg. |