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Ausdauertraining für Nierenkranke ist während der Hämodialyse möglich - mit einem Bettfahrrad.
In Deutschland leben über 63 000 Dialyse-Patienten, von denen viele einen Typ-2-Diabetes haben. Diese Patienten sind meist unsportlich, haben Übergewicht und eine langjährige Hypertonie. "Das erhöht zusammen mit der Dialyse-Pflichtigkeit das koronare Risiko", sagte Professor Matthias Köhler aus Damp bei einer Veranstaltung des Dialyse-Dienstleisters Diaverum in Hamburg. Ein 30-jähriger Dialyse-Patient sei ähnlich herzgefährdet wie ein 80-jähriger nierengesunder Mensch, sagte der Nephrologe. Grund dafür ist unter anderem die lange Inaktivität bei Hämodialyse-Zeiten von durchschnittlich dreimal vier Stunden pro Woche.
Um diese Zeit besser zu nutzen, bietet die ostseenahe Reha-Klinik ihren Patienten Bettfahrräder an, auf denen sie während der Dialyse trainieren können. Die Ergometer ermöglichen sowohl eine passive Bewegung als auch aktives Treten in die Pedale. Wer regelmäßig eine halbe bis eine ganze Stunde trainiere, verbessere die Phosphat- und Harnstoffelimination und damit die Effektivität der Dialyse, erläuterte Köhler. In anderen Studien, in denen die Patienten an allerdings dialysefreien Tagen unter anderem ein Krafttraining absolvierten, verbesserten sich die Entzündungsmarker, und die Muskelmasse nahm deutlich zu.
Nach den Erfahrungen in Damp starten die meisten Patienten jedoch lieber mit einem die Dialyse begleitenden Training, das ihre Leistungsfähigkeit moderat steigert. Der Ausdauersport wirkt sich auch günstig auf den Lipidstoffwechsel und die Gefäßelastizität aus, zudem bessert sich die Stimmung. "Wichtig ist, das Training nach der Rehabilitation fortzusetzen", so Köhler. In manchen, so etwa in den von Diaverum geführten Dialyse-Zentren, gebe es bereits Bett-Ergometer und weitere Angebote, um Körperkraft und Beweglichkeit zu verbessern.
Die sportlichsten unter den Patienten starten allerdings von Anfang an auf höherem Niveau - so etwa der 45-jährige Andreas Weß, der zu seinen Dialyse-Terminen in Damp stets im Laufschritt kam. Nach seiner Nierentransplantation setzte sich der passionierte Langläufer noch höhere Ziele und ist heute unter anderem amtierender Weltmeister der Organtransplantierten im 5000-Meter-Lauf, den er in weniger als 18 Minuten schafft.
Diaverum will neue Dialyse-Zentren in Deutschland eröffnen
Der Dialyse-Anbieter Diaverum ist aus dem Unternehmen Gambro Healthcare hervorgegangen und hat seinen deutschen Firmensitz in München.
Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben einer der weltweit führenden Anbieter von Dialyse-Dienstleistungen und Europas größtes unabhängiges Serviceunternehmen bei der Nierendialyse. Zum Netzwerk gehören 190 Kliniken in 14 Ländern mit Schwerpunkten in Südamerika und Südeuropa
In Deutschland ist Diaverum mit Medizinischen Versorgungszentren in Erkelenz und Kleve vertreten, weitere sollen folgen. Die Einrichtungen setzen auf hohe Pflege-Standards, interne Qualitätssicherung und klinische Forschung, um den Bedürfnissen von Dialyse-Patienten gerecht zu werden. (grue)
Quelle:
Von Beate Grübler, Ärzte Zeitung, 02.10.2009
Die Stärke der postoperativen Immunsuppression kann sich sehr unterscheiden.
HANNOVER. Die Resultate seiner Untersuchung hatten Professor Stefan Meurer vom Institut für Immunologie am Universitätsklinikum Heidelberg selbst überrascht: Als er bei Patienten nach Transplantation, die mit dem Calcineurin-Hemmer Ciclosporin A behandelt wurden, den Effekt der Immunsuppression nachmessen wollte, stellte er fest, dass unterschiedliche Patienten bei gleichen Ciclosporin-Serumspiegeln extreme Unterschiede dahingehend zeigten, wie sehr die Transkription immunologisch relevanter Moleküle wie IL-2 oder Interferon gamma unterdrückt wurde.
"Mit anderen Worten: Einige Patienten waren ganz erheblich immunsupprimiert, andere weit weniger", betonte Meurer auf der Falk Leber-Konferenz. In weiteren retrospektiven Untersuchungen fand er dann Hinweise darauf, dass jene Patienten, die eine ausgesprochen starke Immunsuppression aufwiesen, stärker zu Infektionen und auch zu Tumorerkrankungen neigten.
"Dieser Unterschied war hoch signifikant", so Meurer in Hannover. 85 Prozent aller Komplikationen traten bei jenen Patienten auf, bei denen die Transkriptionsaktivität (TRA) der relevanten Gene durch die Immunsuppression auf unter 15 Prozent gedrückt wurde. Wer darüber lag, hatte kaum Komplikationen.
Meurer entschied sich für eine erste klinische Studie. Bei 30 Patienten wurde die Ciclosporin-Therapie schrittweise zurückgefahren - unter ständiger Kontrolle des transplantierten Organs. Das Ziel war, die Transkription nicht komplett zu unterdrücken, sondern sie Bereich zwischen 15 und 35 Prozent der Ursprungsaktivität einzustellen. Das klappte: Nur bei einem Patienten, dessen Transkriptionsaktivität durch die Dosisverringerung über 35 Prozent rutschte, kam es zu einer leichten Abstoßung, die die Ärzte aber rasch wieder in den Griff bekamen.
In Heidelberg läuft eine prospektive Untersuchung, in der die Ciclosporin-Einstellung am TRA-Wert titriert wird. "Wir erwarten, dass die Patienten davon einen großen Nutzen haben", so Meurer. Ein Vorteil ist, dass der TRA-Wert leicht zu bestimmen und bei konstanter Ciclosporin-Dosis sehr konstant ist. Meurer: "Wir denken, dass es reichen würde, ihn einmal im Jahr zu messen."
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Quelle: Ärztezeitung, dpa
„Wir brauchen eine größere Motivation zur Organspende. Wir brauchen flächendeckend Transplantationsbeauftragte in den Krankenhäusern, vor allem aber müssen wir das Niveau der Transplantationsmedizin in Deutschland sichern und uns gemeinsam mit der Bundesregierung gegen die Brüsseler Zentralisierungspläne stemmen“, sagte Dr. Martina Wenker vom Vorstand der Bundesärztekammer (BÄK) auf dem heute beginnenden 2. Wissenschaftlichen Symposium der BÄK zur Lage der Transplantationsmedizin in Berlin. „Von dieser Tagung, auf der wir mit Juristen, Medizinern, Philosophen, Gesundheitspolitikern und Ökonomen medizinisch-fachliche und organisatorische Grundsatzfragen der Transplantationsmedizin in Deutschland diskutieren, muss ein wichtiger Impuls für die Zukunft der Transplantationsmedizin in Deutschland ausgehen.“
Die Selbstverwaltungspartner hätten in den vergangenen Jahren trotz schwieriger Rahmenbedingungen hervorragende Arbeit geleistet. Nun gelte es, die hiesigen Strukturen weiter zu optimieren. Dazu gehöre prioritär die flächendeckende Einführung von unabhängigen Transplantationsbeauftragen in den Krankenhäusern. Spanien, das Land mit der höchsten Spenderrate in Europa, habe gezeigt, dass diese Transplantationsbeauftragten eine Schlüsselrolle bei der Organspende einnehmen, so Wenker, die auch Mitglied in der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer ist.
Dringend diskutiert werden müsse darüber hinaus die Rolle der Krankenhäuser mit Intensivstationen bei der Mitteilung potentieller Organspender. Zwar seien die Krankenhäuser schon jetzt gesetzlich verpflichtet, dem zuständigen Transplantationszentrum potentielle Spender vermittlungspflichtiger Organe mitzuteilen. Aber diese Verpflichtung müsse auch zum täglichen Handeln werden. Nur dann sei Organspende auch in der Fläche möglich.
Gefahr drohe allerdings durch die von der EU-Kommission geplante Richtlinie über Qualität und Sicherheit von Organen. Dabei gehe es der Kommission nicht um eine Optimierung der Selbstverwaltungsstrukturen, sondern um die Einführung staatlicher Administration in die Organspende. „Die geplante EU-Richtlinie wird nicht den Mangel an Organen beheben, sondern eher zementieren. Denn Zentralismus lähmt Prozesse und Bürokratie verkrustet Strukturen.“ Wenker verwies in diesem Zusammenhang auf die Erfahrung mit der EU-Geweberichtlinie, die in Deutschland zu extremer Verunsicherung bei potentiellen Spendern geführt habe. „Wir brauchen für die Organspende keine supranationalen Normvorschläge, sondern differenzierte Regelungen, die die Transplantationsmedizin wirklich voranbringen.“
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Pressemitteilung der Bundesärztekammer vom 26.1.2010
Am häufigsten wurden in 2009 Nieren am UKM transplantiert: Hier lag die Zahl der transplantierten Organe bei 112. Zudem wurde ein Dünndarm transplantiert. Der Bereich der Lungentransplantationen wurde im vergangenen Jahr am UKM ausgebaut: Das Team der Klinik für Thorax-, Herz-, und Gefäßchirurgie (Direktor: Prof. Dr. Hans H. Scheld) wird seit Juni 2009 von Privat-Dozent Dr. Karsten Wiebe verstärkt. Lungentransplantationen zählen zu den Schwerpunkten des Thoraxchirurgen. Mit insgesamt 19 thorakalen Organtransplantationen (14 Herzen, darunter ein Säugling, der länger als ein Jahr mit einem Kunstherz unterstützt werden musste, und fünf Lungen) konnte auch in diesem Bereich die Anzahl der Organtransplantationen im Vergleich zum Vorjahr zwar gesteigert werden. Prof. Scheld betont jedoch: „Der Anstieg der Anzahl der Patienten auf der Warteliste konnte aufgrund des bestehenden Organmangels allerdings nicht kompensiert werden. Daher mussten in 2009 so viele Herzunterstützungssysteme (Kunstherzen) implantiert werden wie noch nie zuvor, insgesamt wurden 34 Geräte eingesetzt. Alleine in Münster warten aktuell rund 70 Patienten auf ein Spenderherz. Es besteht weiter ein eklatanter Mangel an Spenderherzen in Deutschland!“
Neuer Transplantationsausweis
Neu eingeführt hat das UKM 2009 auch einen Transplantationsausweis im Scheckkarten-Format, den die Transplantierten jederzeit bei sich führen können für medizinische Notfälle. Auf dieser Karte sind Art und Datum der Transplantation vermerkt sowie mögliche weitere gesundheitliche Risken, z.B. Bluthochdruck oder Diabetes.
Prof. Dr. Norbert Senninger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, in der u.a. die Nieren- und Lebertransplantationen durchgeführt werden, ist froh über den Anstieg der Transplantationszahlen, macht aber ebenfalls deutlich: „Es gibt nach wie vor zu wenig Spenderorgane in Deutschland. Umso wichtiger ist das Engagement der Münsteraner Initiative „No panic for organic“ oder des Vereins „Herzenswünsche“, die sich, wie viele andere Gruppen, aktiv für die Organspende einsetzen und zur hoffentlich wachsenden Akzeptanz in der Bevölkerung beitragen.“
Alleine in Nordrhein-Westfalen warten ca. 3.700 schwerkranke Menschen auf ein lebensrettendes Spenderorgan, bundesweit stehen rund 12.000 Patienten auf der Warteliste.
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Quelle: Universitätsklinikum Münster
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