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Die Expertin sieht Scheuklappen in vielen Häusern. Auch für die Angehörigen ist das Thema emotional oft sehr belastend.
Frau Wegermann, bei wie vielen Entscheidungen über Organspenden werden Sie gerufen?
Das kommt höchstens zwei Mal im Monat vor. Zum Glück für die Patienten und zum Leidwesen für das Thema Organspende passiert es nicht häufiger, dass ein Patient an einem Hirntod stirbt.
Was ist Ihre Aufgabe als Transplantationsbeauftragte?
In unserer Klinik transplantieren wir ja nicht selbst, sondern stellen die Organspenderpatienten nur zur Verfügung. Immer dann, wenn bei einem Patienten ein Hirntod nachgewiesen wurde, er also ein potenzieller Organspender ist, werden wir Transplantationsbeauftragten von den Intensivstationen hinzugerufen.
Worauf kommt es bei der Zusammenarbeit mit den Intensivstationen an?
Es ist sehr wichtig, dass man potenzielle Organspender frühzeitig erkennt und man die Möglichkeit hat, den Hirntod bei diesem Patienten überhaupt nachzuweisen. In unserem Klinikum sind alle Mitarbeiter der Intensivstationen dafür sehr sensibilisiert und gut geschult. Zwei Oberärzte kümmern sich federführend um das Thema. Aber in vielen kleineren Kliniken wird sicher nicht immer erkannt, dass ein Patient an einem Hirntod stirbt.
Wo liegen die Probleme?
Schulungen alleine reichen nicht, es muss natürlich die entsprechenden Fälle geben. Wir haben durch die Größe unserer Klinik mit 1100 Betten das Patientenklientel und sehen daher häufiger Patienten, die an einem Hirntod sterben. In kleinen Kliniken gibt es vielleicht ein oder zwei Patienten pro Jahr, die überhaupt als Organspender in Frage kämen.
Dennoch stagniert die Organspendequote auch an den größeren Kliniken. Lohnt sich der aufwendige Eingriff einer Organentnahme einfach nicht?
Das sollte nicht das Thema sein, aber es ist sicherlich ein Grund, der zur geringen Zahl der Spendenorgane beiträgt. Dennoch muss sich eine Klinik in der entsprechenden Größe die Organspende zum Thema machen, weil es einfach Gemeinschaftsaufgabe ist. Das soll kein lukratives Geschäft sein, sondern im Vordergrund sollte die Möglichkeit stehen, anderen Menschen zu helfen. In vielen Kliniken hängt es insgesamt auch eher an den sehr knappen Personalressourcen. Die Ärzte haben kaum die Möglichkeit, Schulungen zu machen oder den Aufwand zu betreiben, um hinter der Sache zu stehen.
Reichen Appelle?
Naja, es wird ja momentan diskutiert, die Organspendeoperationen besser zu vergüten, so dass es zumindest kein Minusgeschäft für die einzelnen Häuser mehr ist und die Kosten gedeckt sind. Denn sobald der Hirntod festgestellt ist, ist der Patient kein Patient der Krankenkasse mehr, dann muss das Krankenhaus selbst aufkommen. Der Betrag, der momentan erstattet wird, deckt die Kosten und Einnahmeverluste wegen des bis zum Eingriff belegten Bettes auf der Intensivstation nicht immer.
Wird das Spender-Potenzial auch deshalb nicht genutzt, weil Ärzte Scheu haben, die Angehörigen darauf anzusprechen?
Das ist ein schwieriges Thema, weil es natürlich eine emotional sehr belastende Situation für die Angehörigen ist. Da ist es unglaublich schwierig, das Thema anzusprechen. Das gehört in die Hand eines erfahrenen Intensivmediziners. Bei jungen, unerfahrenen Kollegen gibt es ohne Zweifel diese Scheu. Und natürlich gibt es auch Ärzte, die Organspenden grundsätzlich ablehnen.
Würde es alle Probleme lösen, wenn die Organspende künftig die Regel wäre, und nur dann nicht stattfände, wenn Patienten ausdrücklich Widerspruch dagegen einlegen?
Das würde uns auf jeden Fall ein großes Stück weiterbringen, weil die wenigsten Patienten, die bei uns auf der Intensivstation sterben, einen Spenderausweis haben. Höchstens einer von zehn.
Der Einsatz von Transplantationsbeauftragten allein reicht also nicht.
Nein, wir können nur das Personal schulen, die Sensibilität erhöhen, um möglichst viele Patienten dafür zu identifizieren und Angehörige zu überzeugen. Aber jemand, der nicht weiß, wie er die Beerdigung seines Ehegatten bezahlen soll, kann und will sich in einer solchen Situation nicht Gedanken über eine Organspende machen.
Warum haben noch nicht alle Kliniken einen Transplantationsbeauftragten?
In vielen Kliniken, gerade in den kleineren Häusern, sind den Mitarbeitern und der Klinikleitung noch nicht einmal die Vorgaben des Transplantationsgesetzes bewusst. Die wissen also noch nicht einmal, dass es Transplantationsbeauftragte gibt, oder besser: geben sollte. Oder dass sie verpflichtet sind, potenzielle Organspender zu melden. Das Bewusstsein beim Thema Organspende ist noch sehr ausbaufähig.
Interview: Sebastian Amaral Anders
Quelle:
Frankfurter Rundschau; 01.09.2010
Verfahren der Antikörper-Entfernung am Uniklinikum Rostock entwickelt
Die Lebendspende gewinnt an der Urologischen Universitätsklinik Rostock zunehmend an Bedeutung: Von 61 Nieren, die im vergangenen Jahr transplantiert wurden, stammten fünf von Lebendspendern. In diesem Jahr wurden bereits sechs Lebendspenden vorgenommen. Wenn Betroffene das Organ eines Angehörigen erhalten, können lange Jahre auf der Warteliste vermieden werden. Die Wartezeiten auf eine neue Niere betragen in Deutschland im Schnitt fünf bis 7 Jahre. Stammt die Lebendspende von einem Verwandten ersten oder zweiten Grades, ist die Gefahr der Abstoßung außerdem oft geringer.
„Immer mehr Betroffene sprechen uns inzwischen auf diese Möglichkeit an,“ sagt Marion Burde, Mitarbeiterin im Transplantationsbüro des Rostocker Universitätsklinikums. „Dann sind eine äußerst intensive Beratung und verschiedene medizinische Untersuchungen erforderlich, denn auch Verwandte können nur spenden, wenn Immuntests und ihr Gesundheitszustand es zulassen.“
Seit 2009 wird an der Urologischen Klinik die blutgruppen-ungleiche Lebendspende (AB0-inkompatible Lebendspende) erfolgreich praktiziert, die dort zusammen mit der Sektion Nephrologie entwickelt wurde.
Hierbei werden die Antikörper, die sich gegen fremde Blutgruppenmerkmale wenden, durch Blutwäsche aus dem Körper des Spenders entfernt. Diese Behandlung muss an mehreren Tagen vor der Operation durchgeführt werden, bis der Antikörperspiegel so niedrig ist, dass die Niere dem Spender entnommen und dem Empfänger gefahrlos eingesetzt werden kann.
Die Urologische Universitätsklinik Rostock ist das einzige Nierentransplantationszentrum in Mecklenburg-Vorpommern. Die erste Rostocker Nierentransplantation erfolgte 1976, bis heute wurden 1.489 Nieren transplantiert. „Die Transplantation einer Niere ist nach über 30 Jahren längst zu einem Standardeingriff geworden“, sagt Professor Dr. Oliver Hakenberg, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie.
„Die Operationsmethoden haben sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht wesentlich verändert, die Möglichkeiten, die Abstoßung des gespendeten Organs durch Medikamente zu verhindern, sind jedoch entschieden besser geworden.“ Die Betreuung der Patienten nach der Transplantation erfolgt interdisziplinär in enger Zusammenarbeit zwischen der Urologischen Universitätsklinik und der Sektion Nephrologie der Medizinischen Universitätsklinik sowie den betreuenden niedergelassenen Nephrologen und Dialyseärzten des Landes.
Kontakt
Professor Dr. Oliver Hakenberg
Klinik und Poliklinik für Urologie
Universitätsklinikum Rostock (AöR)
Schillingallee 35
18057 Rostock
Tel. 0381 494-7801
--
Quelle: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung Universität Rostock, Ingrid Rieck, 25.08.2010
| dpa |
Bei 845 Nieren von herztoten Spendern aus 23 britischen Zentren betrug die Warme-Ischämie-Zeit im Durchschnitt 15 Minuten. Die Organe vertrugen diese sauerstofflose Zeit offenbar ohne langfristige Schäden.
Denn die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) war nur in den ersten drei Monaten nach der Transplantation etwas schlechter als bei 8.289 Organen von hirntoten Spendern, bei denen eine warme Ischämie weitgehend vermieden werden kann, da die Organe ja bei der Entnahme noch durchblutet werden.
Wie die Gruppe um Andrew Bradley von der Universität Cambridge weiter berichtet, wirkte sich die schlechtere GFR nicht negativ auf den Erfolg der Transplantation aus. Obwohl die Funktion der Nieren von herztoten Spender nach der Transplantation doppelt so häufig verspätet einsetzt, unterschieden sich die Transplantatüberlebensraten nach 5 Jahre ebenso wenig wie die Patientenüberlebensraten.
Die unter der Maastricht Kategorie 3 entnommenen Organe sind deshalb nach Ansicht der Autoren für die Patienten ohne Nachteile. Sie seien eine extrem wichtige und bisher weitgehend ungenutzte Quelle für qualitativ hochwertige Spendernieren. Diesem Urteil schloss sich auch, wenn auch vielleicht nicht ganz so enthusiastisch, der Editorialist Peter Morris von der London School of Hygiene and Tropical Medicine an (Lancet 2010; doi: 10.1016/S0140- 6736(10)61078-1).
Peter sieht weiteren Forschungsbedarf, was den landesweiten Austausch der Organe betrifft (die meisten Organe von herztoten Spender wurden bisher lokal weitergegeben) und die Verwendung einer maschinellen Perfusion (beim Transport) betrifft.
Der Experte regt aber an, auch Organe von Maastricht Kategorie 2-Spendern zu akzeptieren. Das sind Personen, die in der Klinik nach einem unerwarteten Herzstillstand nicht erfolgreich reanimiert werden konnten.
Die NHS Blood and Transplant (NHSBT), die in Großbritannien die Verteilung der Spenderorgane organisiert, begrüßte die Studie als einen Beitrag zur Schließung der Versorgungslücke. In Großbritannien können jährlich nur 2.500 Nierentransplantationen bei 7.000 Patienten auf der Warteliste durchgeführt werden.
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Quelle: aerzteblatt.de, Donnerstag, 19. August 2010
Münster (ukm/dre). Das Universitätsklinikum Münster (UKM) baut den Schwerpunkt Transplantationsmedizin weiter aus: Zum 1. Juni 2010 übernimmt Prof. Dr. Hartmut Schmidt die Leitung der damit neu gegründeten internistischen Spezialklinik für Transplantationsmedizin am UKM. Nicht nur die Patientenversorgung wird damit ausgebaut, sondern auch die Ausbildung junger Mediziner auf diesem Gebiet gestärkt: Es handelt sich um den ersten Lehrstuhl für Transplantationsmedizin bundesweit.
In der Krankenversorgung wird die neue Klinik in Ergänzung zu den weiteren spezialisierten Kliniken und Einrichtungen (etwa die Herzchirurgie, die Viszeralchirurgie oder die Nephrologie) die Versorgung von Patienten und Patienten vor und nach einer Transplantation von Bauchorganen weiter verstärken. Die Klinik betreut Patienten vor und nach der Transplantation von Leber, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder Dünndarm. „Lebererkrankungen, wie z.B. die chronische Hepatitis B und C, können zu Leberkrebs oder einem Leberversagen führen. Diese Erkrankungen können oftmals durch eine Transplantation geheilt werden. Auch spezielle Stoffwechselerkrankungen der Leber können selbst im Falle einer noch normalen Leberfunktion manchmal nur durch eine Transplantation geheilt werden“, erklärt Prof. Schmidt.
Von wachsender Bedeutung sind dabei auch die Transplantationen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) oder des Dünndarms. Schmidt: „Wir können heute bestimmte Formen von Darmerkrankungen mit Ernährungsproblemen und auch schwere Verlaufsformen von Patienten mit Blutzuckerkrankheit durch Transplantation von Dünndarm oder Bauchspeicheldrüse heilen. Am UKM arbeiten hierfür die Experten aus den verschiedenen Disziplinen Hand in Hand zusammen, so dass eine umfassende Versorgung sichergestellt ist.“
Prof. Schmidt ist als Gastroenterologe und zugleich als Leberspezialist ausgewiesener Experte auf diesem Gebiet. Er ist aktiv in verschiedenen Gremien, etwa in der Bundesärztekammer, und in Fachgesellschaften national und international vertreten. Der 47-Jährige ist bereits seit 2005 am UKM tätig. Zuletzt war er Leiter der Transplantationshepatologie (Hepatologie: „Lebermedizin“).
Prof. Dr. Norbert Roeder, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, betont: „Mit dieser neuen Klinik unter der Leitung von Prof. Schmidt können wir unseren starken transplantationsmedizinischen Schwerpunkt weiter ausbauen, sowohl in der Krankenversorgung als auch in der Forschung. Mit Prof. Schmidt als Leberspezialisten und renommierten Wissenschaftler können wir nun aktuell und auch langfristig in Münster die Krankenversorgung entscheidend verbessern. Er wird als Hochschullehrer und Direktor die neu gegründete Klinik mit dem speziellen Forschungsschwerpunkt an unserem Universitätsklinikum und der Medizinischen Fakultät leiten. Davon profitieren die betroffenen Patienten zukünftig.“
Die Transplantationsmedizin hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wesentlichen Bestandteil in der Behandlung von Patienten mit z. B. Stoffwechselstörungen, Organversagen und Krebs entwickelt. So werden in Deutschland jährlich über 1.000 Lebertransplantationen durchgeführt. Im Bereich der Transplantation der Bauchspeicheldrüse werden über 150 Transplantationen pro Jahr durchgeführt und auch die Dünndarmtransplantation entwickelt sich aktuell in Deutschland zu einem Routineverfahren. Prof. Schmidt: „Dieses ist nur möglich durch die komplexe interdisziplinäre Zusammenarbeit und den Fortschritten sowohl in den operativen Techniken als auch in den Möglichkeiten, neue Medikamente einsetzen zu können. Abstoßungsreaktionen stellen heutzutage kaum noch ein Problem dar. Durch die inzwischen zum Glück erreichten langen Überlebenszeiten nach einer Transplantation stehen aktuell auch zunehmend internistische Probleme im Vordergrund.“ Deshalb werden am UKM diese Patienten in Spezialambulanzen betreut. Darüber hinaus bietet dieser Schwerpunkt auch alternative Therapien, wie z. B. Leberersatzverfahren als auch in Kürze Leberzelltherapien an.
„Neue Therapiestrategien entwickeln“
Schmidt ist überzeugt, dass der medizinische Universitätsstandort Münster dafür exzellente Voraussetzungen bietet: „Münster hat eine Exzellenz in der Stammzellforschung und bietet über die Breite der Transplantationsmedizin hinaus die Möglichkeit, zukünftig neuartige Therapiestrategien z. B. in Kombination von Zell- und Organtransplantation zu kombinieren.“ Und eine weitere Kernfrage ist in der jüngsten Vergangenheit immer stärker in den Vordergrund gerückt, betont der Transplantationsexperte: „Wie wird der Patient auch nach einer Transplantation langfristig optimal betreut? Auch daran werden wir am UKM gemeinsam arbeiten.“
Ebenso deutlich betont er aber: „Wir haben nach wie vor zu wenig Organspenden in Deutschland. Viele Patienten sind auf die Organspende angewiesen, die Wartelisten sind voll. Um so wichtiger ist es, weiter engagiert für die Organspende zu werben, wie es die Münsteraner Initiative „No panic for organic“ macht.“
Zur Person
Hartmut Hans-Jürgen Schmidt, Jahrgang 1963, wurde im niedersächsischen Kirchweyhe geboren. Er studierte Medizin in Hannover und an den National Institutes of Health in Bethesda, USA. Er nahm seine klinische Tätigkeit 1988 an der Medizinischen Hochschule in Hannover in der gastroenterologischen Abteilung auf und absolvierte einen zweijährigen Forschungsaufenthalt im Rahmen eines Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft an den National Institutes of Health in Bethesda. Er erwarb die Äquivalenz des Medizinischen Staatsexamens für die USA 1989 und führt neben dem Facharzt für Innere Medizin auch die Weiterbildung im Fach Gastroenterologie und Zusatzbezeichnung Rettungsmedizin und Ernährungsmedizin. 1999 bis 2005 war er als Oberarzt, zuletzt als leitender Oberarzt an der Berliner Charité in der Medizinischen Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie tätig.
2005 übernahm er eine Professur für Experimentelle Transplantationshepatologie am Universitätsklinikum Münster. Schmidt hat bislang über 300 Beiträge in Fachjournalen und Buchbeiträgen veröffentlicht. Für seine wissenschaftlichen Aktivitäten erhielt er unter anderem zweimal den Präventionspreis der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (1996 und 2001), den Ludolph-Brauer-Preis der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Innere Medizin (1998) sowie den Forschungspreis für Transplantation der Deutschen Transplantationsgesellschaft (1998). Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.
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Pressemitteliung des Universitätsklinikums Münster
Bei einem Benefizschwimmen der Wasserwacht Arnstorf wurden von Sponsoren und Geschäftsleuten 6 Euro pro zurückgelegten km gependet. Die Hälfte des Erlöses kam TransDia e.V. zu Gute. Hier ein kleiner Bericht: KLICK. Wir bedanken uns ganz herzlich.

Extrem seltene Dreifach-Transplantation am Universitätsklinikum Jena erfolgreich durchgeführt
Jena. Mit einer kombinierten Herz-, Lungen- und Leber-Transplantation haben die Chirurgen am Universitätsklinikum Jena erfolgreich einen extrem seltenen Eingriff durchgeführt. Eine solche Dreifach- Transplantation wurde in Deutschland bisher nur bei fünf Patienten vorgenommen, weltweit ist dies erst die 33. Transplantation dieser Art.
Die Operation, bei der ein 61jähriger Thüringer drei neue Organe erhalten hat, dauerte sechseinhalb Stunden bis tief in die Nacht. Am Operationstisch wechselten sich die Herzchirurgen mit den Allgemeinchirurgen ab, um das geschädigte Herz, die kranken Lungen und die versagende Leber durch neue gesunde Organe zu ersetzen. Die Operation verlief ohne Komplikationen, der Patient hat den aufwändigen Eingriff gut überstanden. „Es war uns eine große Freude zu sehen, wie dieser vorher schwerkranke Mann nach der Transplantation begeistert die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgt hat“, freut sich Operateur Dr. Martin Breuer. Ursache der schweren Erkrankung war eine verschleppte Herzmuskelerkrankung, in deren Folge auch Lungen und Leber stark geschädigt wurden. Für den Patienten war eine Dreifach-Transplantation die einzige Überlebenschance.
„Solche kombinierten Eingriffe sind sehr selten, denn es gibt wenige Patienten, die bei einer so schweren Vorerkrankung, die drei Organe schädigt, eine gute Chance auf Besserung haben, selbst mit einer Transplantation“, erklärt der Herzchirurg Breuer die Seltenheit des Eingriffs. Für den 61jährigen, der am UKJ in Behandlung war, hat sich der Einsatz der Ärzte gelohnt: Inzwischen konnte er das Universitätsklinikum Jena verlassen und schöpft nun neue Kräfte in einer Rehabilitationsklinik.
„Wir sind sehr stolz auf diese Forschritte des Patienten nach diesem großen Eingriff und den vorhergehenden schweren Monaten der Wartezeit“, sagt Lebertransplanteur Prof. Utz Settmacher, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am UKJ. „Die Organe wurden nach der Übertragung sehr gut angenommen und waren schnell funktionsfähig“, so Settmacher weiter. „Für den Patienten ist so eine Dreifach-Transplantation ein einmaliges Glück und ein großes Geschenk.“
Ansprechpartner:
OA Dr. Martin Breuer
Leitender Oberarzt, Leiter Thorakale Organtransplantation, Klinik für
Herz- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Jena Tel. 03641/9 32 29 01
E-Mail: Martin.Breuer@med.uni-jena.de
Prof. Dr. Utz Settmacher,
Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral– und Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Jena Tel. 03641/9 32 26 01
E-Mail: AVG@med.uni-jena.de
Quelle: Pressemitteilung Universitätsklinikum Jena, Dipl.-Jour. Helena Reinhardt, 04.08.2010

Calcineurininhibitoren können eine interstitielle Fibrose im Transplantat verursachen durch vermehrte Synthese profibrotischer Zytokine und vermehrte Synthese von Matrixproteinen. Ein wesentlicher profibrotischer Faktor ist TGF-b (transforming growth factor b). Durch TGF-b-Antikörper lässt sich tierexperimentell die Cyclosporintoxizität verhindern oder wenigstens deutlich reduzieren (Kidney Int 59:498-506, 2001). Dennoch sind Calcineurininhibitoren nach wie vor unverzichtbarer Bestandteil der immunsuppressiven Therapie. Zu definieren bleibt, wann und für welche Patienten die Immunsuppression Calcineurininhibitor-frei sein sollte.http://www.medicom.cc/medicom/inhalte/nephro-news/entries/1748/entries_sec/1749.php
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